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Sparkonto vs. Festgeld: was passt zu Ihnen?

Michael Berger··3 Min. Lesezeit
Lidion Bank — PickTheBank multibanking platform

Sparkonto oder Festgeld – diese Frage stellt sich, sobald mehr als das monatliche Haushaltsgeld auf dem Girokonto liegt. Beide Produkte sind sicher und in Österreich bis 100.000 € pro Bank durch die Einlagensicherung geschützt. Trotzdem eignen sie sich für unterschiedliche Zwecke.

Verfügbarkeit vs. Zins

Das Sparkonto (und in der Praxis oft synonym: das Tagesgeldkonto) ist täglich verfügbar. Sie können jederzeit Geld einzahlen und abheben, der Zinssatz ist aber variabel: Die Bank kann ihn anpassen, wenn sich das Marktzinsumfeld ändert. Beim Festgeld ist es umgekehrt: Der Zinssatz steht für die gesamte Laufzeit fest, dafür kommen Sie an das Geld vor Fälligkeit nicht ohne Weiteres heran.

Wann Sie das Sparkonto brauchen

Der Notgroschen gehört nicht ins Festgeld. Wenn die Waschmaschine kaputtgeht oder eine unerwartete Reparatur ansteht, hilft ein täglich verfügbares Sparkonto weiter. Faustregel: drei bis sechs Monatsausgaben in liquider Form halten, den Rest je nach Zeithorizont anderswo anlegen.

Auch wenn Sie in den nächsten 6-12 Monaten eine größere Anschaffung planen (Auto, Wohnung, Renovierung), spricht wenig für Festgeld: Der zusätzliche Zins wiegt das Risiko einer vorzeitigen Auflösung – die je nach Bank mit Zinsabschlägen oder gar nicht möglich ist – kaum auf.

Wann Festgeld die bessere Wahl ist

Sobald der Anlagehorizont klar über 12 Monaten liegt und Sie sicher sind, dass Sie das Geld in dieser Zeit nicht brauchen, spielt Festgeld seine Stärke aus. Bei einer 24- oder 36-monatigen Bindung liegt der Zins österreichischer und europäischer Banken in der Regel deutlich über dem, was ein Sparkonto zur selben Zeit bietet – und Sie sind gegen Zinssenkungen abgesichert.

Die Kombination ist oft die beste Antwort

Viele Sparer entscheiden sich nicht zwischen beiden Produkten, sondern nutzen sie parallel: eine Basisreserve auf dem Sparkonto (verfügbar, variabel verzinst), der Rest gestaffelt in Festgeld unterschiedlicher Laufzeiten. Diese Strategie nennt sich Festgeldleiter und sorgt dafür, dass regelmäßig ein Teil des Kapitals fällig wird und neu angelegt werden kann.

Steuerliche Gleichbehandlung

Zinserträge unterliegen in Österreich der Kapitalertragsteuer (KESt), unabhängig davon, ob sie auf einem Sparkonto oder einem Festgeldkonto erzielt werden. Steuerlich haben Sie mit beiden Produkten also denselben Nettoertrag pro Bruttozinseinheit – die Wahl fällt allein über Verfügbarkeit und Zinshöhe.

Kurze Entscheidungshilfe

  • Sparkonto: Notgroschen, kurzfristige Ziele, wenn Zinssenkung akzeptabel ist.
  • Festgeld: Kapital, das mindestens 12 Monate liegen bleiben kann und für das Sie Planungssicherheit wollen.
  • Kombination: der Regelfall für sinnvolle Sparstrategien.

Kein Produkt ist per se besser. Die Entscheidung folgt der Frage: Wann brauche ich das Geld wieder? Wer das ehrlich beantwortet, hat die Antwort schon.

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